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Kasseler Hausnotruftage 2026

„Hausnotruf: Zukunftsfest oder Kodak-Moment?“ – eine Diskussion, die hängen bleibt

März 2026: Kassel wurde vom 3. bis 5. März 2026 erneut zum Treffpunkt der DRK Hausnotruf-Fachwelt. Bei den Kasseler Hausnotruftagen 2026 – in Kombination mit der DRK Bundesfachtagung Hausnotruf – standen Fachvorträge, Workshops und eine große Fachmesse mit namhaften Ausstellern im Mittelpunkt. Wieder im Programm: Podiumsdiskussionen, die bewusst Reibungspunkte sichtbar machten und neue Perspektiven eröffneten. 

Fachmesse: Innovationen, die im Alltag funktionieren müssen

Auf der Messe haben wir gezielt den Austausch mit Herstellern gesucht und unter anderem Legrand, iLogs, NOX, VIVAIcare und Veli besucht. Unser Ziel: am Puls der Zeit bleiben und Lösungen finden, die in der Praxis zuverlässig funktionieren. 

Deutlich wurde dabei: Innovation im Hausnotruf ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Viele Ansätze sind bereits marktreif. Entscheidend ist jetzt die Umsetzung. Gerade Smart Home im Hausnotruf entwickelt sich dynamisch weiter. Elektronische Türschlösser im Hausnotruf und Sensorik im Hausnotruf sind in der Branche angekommen und werden zunehmend als Bausteine für sichere, schnelle Hilfe diskutiert. 

Für Unterhaltung sorgte am Mittwochabend ein stimmungsvoller Galaabend mit einem Rahmenprogramm, das Jonglage, Lasershow und Livemusik beinhaltete. Der Abend klang in Gemeinschaft an der Hotelbar aus. 

Podiumsdiskussion: „Zukunftsfest oder Kodak-Moment‘ – Wie besteht der Hausnotruf im digitalen Zeitalter?“

Ein weiterer Höhepunkt der Hausnotruftage war die Podiumsdiskussion am 4. März. Mit auf der Bühne: Anna Bittner (Innovation und Geschäftsentwicklung) von der DRK Mitteldeutsche Hausnotruf und Service gGmbH. Gemeinsam mit Lena Schmidt (DRK Hamburg Soziale Dienste Eimsbüttel GmbH), Jonas Albert (fbeta GmbH), Holger Dudel (BIVA Pflegeschutzbund / Deutsche Gesellschaft für Qualität) und Daniel Basalla (Bundesverband Hausnotruf e. V.) diskutierte sie die Frage: Wie bleibt Hausnotruf im digitalen Zeitalter relevant? 

Spürbar war dabei eine Spannung, die den Kern der Debatte trifft: Hausnotruf und Pflege haben oft „wenig miteinander zu tun“, obwohl der Hausnotruf in der Logik der Versorgung ein Pflegehilfsmittel ist. Holger Dudel brachte diese Kluft deutlich auf den Punkt und plädierte dafür, Pflege und Hausnotruf stärker zu vernetzen. Gleichzeitig benannte er die Realität: Es fehlt vielerorts an Pflegepersonal und damit an Zeit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Der Lösungsansatz des Panels: Prozesse in der Pflege müssen stärker digitalisiert werden, damit administrative Arbeit sinkt und wieder mehr Zeit „am Menschen“ entsteht. 

Genau hier schließt die Innovationsdebatte an: Telemedizin und Hausnotruf sowie digitale Lösungen wie DiPA (Digitale Pflegeanwendungen) wurden als Beispiele genannt, wie Technologie Entlastung schaffen kann. Das gelingt jedoch nur, wenn sie gut eingeführt und finanziert wird.

Das Fazit der Runde war klar und pragmatisch:

  • Innerhalb des DRK Synergien besser nutzen.
  • Als Hausnotruf digitale Sichtbarkeit aufbauen, bereichsübergreifend und konsequent.
  • Innovation zulassen und sich an die Umsetzung trauen: Aus unserer Sicht sind Smart Home-Anwendungen, elektronische Türschlösser und Sensorik im Hausnotruf angekommen. Es gibt Schnittstellen und funktionierende digitale Lösungen auf dem Markt. Jetzt müssen wir anfangen, sie zu nutzen und einzusetzen. 

Austausch im DRK: Vernetzen, voneinander lernen, Synergien nutzen

Neben den inhaltlichen Impulsen war der kollegiale Austausch für uns ein zentraler Mehrwert. Wir konnten an bestehende Kontakte anknüpfen, neue Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner kennenlernen und viele Praxiserfahrungen aus dem gesamten Bundesverband mitnehmen. Unser Fazit: Wir sind inspiriert nach Hause gefahren – mit frischen Ideen und konkreten Anknüpfungspunkten für die nächste Etappe.

Gemeinsam mit Veli machen wir das Zuhause zum Beschützer.
Anna Bittner (rechts außen) auf der Podiumsdiskussion zur Frage „Wie besteht der Hausnotruf im digitalen Zeitalter?“.
Anna Bittner (links im Bild) am Tisch mit Niklas Muskulus (DRK Generalsekretariat).
Max Naue (rechts im Bild) im Gespräch mit Florian Fesch von Veli (links) auf dem Galaabend.
Eine Lasershow war neben Jonglage und Liveband Teil des Rahmenprogramms des Galaabends.
Max Naue (mittig) mit Matthias Fahrig von Legrand Care Deutschland (links) und Matthias Schroff, Geschäftsführer der…